Assistive Technik

Was ist das Projekt Assistive Technik?

"Assistive Technik" - ein umfassender Begriff, um unterstützende, technische Systeme für Menschen mit Behinderung zusammenzufassen. Diese Technologien können dazu beitragen, dass Menschen mit Beeinträchtigung in ihrem häuslichen Umfeld ein selbstbestimmteres Leben führen oder länger in ihrem häuslichen Umfeld bleiben können. Sie fördern die Inklusion in der Gemeinschaft, in dem sie sich zum Beispiel positiv auf die persönliche Mobilität, die Gesundheit oder den Informationszugang auswirken.

Zu den Technologien zählen u.a.:

  • Smart-Home-Lösungen
  • Kommunikationstechnologien
  • Monitoringsysteme zur Gesundheits- und Sicherheitskontrolle
  • kraftunterstützende Systeme

Das Ziel des Einsatzes dieser Technologien ist es, die Teilhabe und Selbstbestimmung zu fördern, die Lebensqualität zu erhöhen, die Sicherheit zu steigern aber auch Fachkräfte zu entlasten, ohne wichtige persönliche Kontakte zu ersetzen. Die Integration dieser technischen Hilfsmittel in den Alltag ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigung mehr Unabhängigkeit und kann ihre Lebensumstände nachhaltig verbessern.

Projekthintergrund und Beteiligte

Hephata Leben gemeinnützige GmbH nimmt am Verbundprojekt der SozialstiftungNRW mit zwei verschiedenen Standorten (Karl-Barthold-Weg 19-21 in Mönchengladbach und Frauenberger Straße 23 in Euskirchen) teil, um einen Beitrag zum Erkenntnisgewinn zu leisten. Mit dieser Beteiligung ergibt sich die Möglichkeit, die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe mitzugestalten, nachhaltige Lösungen zu implementieren, zu erproben und in den Austausch mit weiteren Projektbeteiligten zu gehen. Besonders hervorzuheben ist der Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis, der durch die wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Hochschule Niederrhein und die Evangelische Hochschule Bochum erworben wird.

Die Hochschule Niederrhein betrachtet den technischen Aspekt und bietet hier die Beratung der Standorte an. Darüber hinaus erheben sie Faktoren, die die Akzeptanz bei der Nutzung der Technik seitens der Mitarbeitenden fördern.

Die Evangelische Hochschule Bochum begleitet das Projekt vor einem fachlichen und ethischen Hintergrund.

Das Projekt hat im August 2025 die erste Phase abgeschlossen. Diese hat beinhaltet:

  • Erhebung der Bedarfe der Standorte
  • Teilnahme an der Technikberatung durch die Hochschule Niederrhein
  • die kollektive Beratung durch die anderen Projektteilnehmenden
  • die Teilnahme an der REHACARE 2025

Aktuell liegt der Fokus bei den zu erprobenden Technologien auf der Etablierung von Smart Home Lösungen, die die Selbstbestimmung der Kundinnen und Kunden fördert. Ebenso steht die Erprobung der Sensor-Lösung „Livy Care“ am Standort Karl-Barthold-Weg im Raum.

Zielsetzung

Das Projekt zielt darauf ab, Menschen mit Behinderung durch den Einsatz assistiver Technologien in ihrer Selbstbestimmung, Selbsthilfe und sozialen Teilhabe zu fördern. Der Zugang zu modernen Technologien wird dabei barrierefrei und selbstbestimmt gestaltet, im Einklang mit der UN-Behindertenrechtskonvention, die Teilhabe am technischen Fortschritt als Grundrecht verankert. Dafür verfolgt das Projekt folgende Zielebenen:

  • Innovative Arbeitsmodelle und Betreuungsansätze
  • Förderung der Selbstbestimmung und sozialen Teilhabe
  • Effizienzsteigerung und Qualitätssicherung
  • Langfristige Sicherstellung der Wohnsituation
  • Modellcharakter und Übertragbarkeit

Was entsteht?

Wir erwarten einen Erkenntnisgewinn auf den drei Ebenen: Selbstbestimmung und Teilhabe, Personaleffizienz und Prozesseffizienz. Konkrete Ergebnisse können neben der Benennung von geeigneter Technologie die Ermittlung von praxisnahen Gelingensbedingungen für die Implementierung der technischen Assistenzsysteme sein.

Forschungsdesign und Methoden

Das Projekt wird von der Hochschule Niederrhein und der ev. Hochschule begleitet. Sie verfolgen einen Mix-Method Ansatz und erheben sowohl am Anfang des Projektes als auch am Ende anhand eines qualitativen und quantitativen Forschungsdesign. Das konkrete Forschungsinteresse bezieht sich auf die Wechselwirkung zwischen den drei Dimensionen Teilhabewirksamkeit, Personaleffizienz und Prozesseffizienz.

Die Hochschule Niederrhein erhebt die Perspektive der Mitarbeitenden auf die Technologie, auf die erfolgreiche Implementierung und die Akzeptanz der Technik. Hierfür wurde zu Beginn des Projektes ein standardisierter Fragebogen für die Mitarbeitenden versendet. Darauf aufbauend finden vertiefende Interviews statt. Die ev. Hochschule Bochum fokussiert die Perspektive der Leistungsberechtigten (Menschen mit Behinderung/ Kundinnen und Kunden) und nutzt ebenfalls eine Mischung aus qualitativen sowie quantitativen Erhebungsmethoden. Neben standardisierten Fragebögen finden Fokusgruppen statt.

Projektpartner

Das Projekt wird von der SozialstiftungNRW gefördert, das Sozialwerk St. Georg stellt die Projektkoordination. Neben Hephata Leben gemeinnützige GmbH nehmen noch neun andere Träger der Eingliederungshilfe an dem Projekt teil:

  • Alsbachtal gGmbH
  • regional
  • Caritasverband für den Kreis Coesfeld e.V.
  • DRK Soziale Einrichtungen des Kreisverbandes Steinfurt gGmbH
  • Josefsheim gGmbH
  • Lebenshilfe Brakel Wohnen Bildung Freizeit gGmbH
  • Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH
  • Rheinischer Blindenfürsorgeverein 1886 Düren
  • Sozialwerk St. Georg e.V.
  • Hochschule Niederrhein
  • Hochschule Bochum

Zwischen den Projektteilnehmenden gibt es ein Austauschforum, um Erfahrungen, Herausforderungen und Entwicklungen zu diskutieren und von gegenseitigem Wissen zu profitieren.