Susanne Westen

(Referentin in der Abteilung Kommunikation)

Das Social Media Team zwischen heute und morgen

Ein Blick zurück und die Vision von der Zukunft

Mit sechs Monaten Projektphase startete Hephata eine neue Idee von medialer Inklusion, bevor es mit einem festen Social Media Team mit Menschen mit Beeinträchtigung richtig los ging: 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen in diesem halben Jahr für ein Praktikum von je sechs Wochen zum Social Media Team und gingen danach wieder zurück an ihre Arbeit in den Werkstätten. In dieser intensiven Zeit lernten sie, was Social Media überhaupt ist, außerdem noch Grundlagen von Recherche, Kamera und Ton. Die ersten Schritte machten alle „an der Hand“ von der Leiterin der Kommunikationsabteilung, Manuela Hannen, Social Media Referent Simon Roehlen, dem beratenden Social Media Profi Christoph Krachten und von mir. Jeder einzelne hinterließ Fußspuren, in Videos für Facebook und dann für den Kanal „Behindert – so what!“. Gemeinsam haben sie das Fundament gelegt, auf dem das endgültige achtköpfige Team im Oktober 2019 mit festem Boden unter den Füßen die Arbeit aufnahm.

Videos entstanden für den YouTube-Kanal, Formate wie „Leo checkt…“ oder die Tierheim-Serie wurden geboren, regelmäßige Redaktionskonferenzen etabliert. Acht Social Media Teilnehmer*innen lernten unter anderem bei mir, dass gute – und zum Teil auch anstrengende - Recherche das halbe Social Media Leben bedeutet. „Gib doch mal ein anderes Stichwort ein oder dreh die Formulierung um“ lautete oft der Rat: und siehe da, Google spuckte dann die interessanteren Beiträge aus. So mancher Schweißtropfen stand beim Drehbuch-Schreiben für ein neues Video auf der Stirn. Inzwischen ist das Team so gut eingearbeitet und versiert, dass die Kanal-Follower jeden Donnerstag ein neues Video anschauen können. Wer hätte das zu Beginn gedacht?

Die Corona-Pandemie hat auch das Social Media Team anfangs lahmgelegt und später vor große Herausforderungen gestellt. Strukturiertes Arbeiten von zu Hause, erste Videokonferenzen über Teams, die konsequente Umstellung des Arbeitsalltags auf die Teamsplattform. Holprig die ersten Tage und Wochen und inzwischen nur noch selten problematisch: Das Team wächst von Tag zu Tag, von Woche zu Woche und Monat zu Monat über sich hinaus. Die Ideen für neue Videos und Formate sprudeln bei den Konferenzen nur so aus den Team-Mitgliedern heraus. Häufig handelt es sich um Input, auf den ich nicht gekommen wäre…. Die Kompetenzen wachsen, egal ob bei der Recherche, dem Schreiben von Drehbüchern, Ton, Licht, Kamera und Schnitt.

Spot on im Heute kombiniert mit einem Blick zurück zeigt, dass jede neue Kollegin, jeder neue Kollege über sich hinausgewachsen ist. Mikro in der Hand, ein Interview mit Robert Habeck – hätte ich das so souverän gemacht wie Philipp? NRW-Ministerpräsident Laschet unvorbereitet ein paar Fragen stellen, bravo Okan. Unser „Küken“ Leo als souveräner Checker öffentlicher Einrichtungen auf Barrierefreiheit – wie toll ist das denn? Stephans und Rainalds Mut, über die psychische Erkrankung ADHS zu sprechen, beeindruckend. Buddys Ideenreichtum bei den Redaktionskonferenzen, die kritischen Anmerkungen, die kreative Schnittarbeit, einfach klasse. Marinas Drehbuchideen zur Nachhaltigkeit und anderen Themen, ihr Faible für Kamera und Technik und Zoras Neugier und spontane Art bei Moderationen und Befragungen. Ich bin begeistert von dem, was jeder Einzelne kann und gelernt hat.

In Zukunft wird das Social Media Team die Arbeit mehr und mehr unter sich verteilen. Reporter, Moderatoren, Drehbuch-Schreiber, Rechercheure, Kameraleute, Tontechniker…. Mit so viel Unterstützung wie nötig, selbstbewusst, wissbegierig und mit offenem Herzen.

Susanne Westen, Referentin in der Abteilung Kommunikation