Krisenmodus bei Hephata hält an: Quarantänehäuser vorbereitet

Hephata-Werkstatt-Kollegen

Musizieren für Menschen mit Behinderung

Mit Gitarre, Mikrophon, Verstärker und Stimme gingen Stephan Kirschner und Ingo Cremers aus der Hephata-Betriebsstätte Erftstraße auf Tour.

Mit Gitarre, Mikrophon, Verstärker und Stimme gingen Stephan Kirschner und Ingo Cremers aus der Hephata-Betriebsstätte Erftstraße auf Tour durch die Gärten der Wohngruppen des Unternehmens. Die beiden Musiker, die in Nicht-Coronazeiten als Gruppenleiter in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten, sorgten bis zum vorläufigen Ende ihrer Tournee (17. April) in 26 Wohnhäusern mit Konzerten für willkommene Abwechslung, wie der Geschäftsleiter Hephata Werkstätten, Dieter Püllen, in Mönchengladbach mitteilte. Die Tour „Musik im Garten“ führte die musikalischen Arbeitskollegen durch die Hephata-Regionen von Mettmann, über Düsseldorf, Mönchengladbach, Viersen, Kerpen-Brüggen, Siegburg, Sankt Augustin, Meckenheim, Swistal, Erftstadt und Hürth-Gleuel bis nach Euskirchen.

In jeder Wohngruppe wurden die Musiker von gut gelaunten Bewohnern empfangen. So auch Stephan Kirschner in dem Giesenkirchener Wohnhaus Ruckes, der einige Meter von seinen Zuhörern entfernt mit Songs von Udo Jürgens oder Marianne Rosenberg für Begeisterung sorgte. „Es ist einfach toll, die Menschen in der Arbeitszeit mit Musik glücklich zu machen“, sagte der Gitarrist, der im Leben außerhalb der Werkstatt als Mitglied der Gruppe „Spin off“ singt und musiziert.

Auch seinen Kollegen Ingo Cremers, der neben seinem Hephata-Job als Alleinunterhalter auf Hochzeiten, Stadtfesten oder Weihnachtsmärkten spielt, berührte der herzliche Empfang in den Wohnhäusern. „Schön, dass Du hier bist“, bei dieser Begrüßung ging das Herz auf. Beide Musiker nahmen die Menschen mit Behinderung und das Personal in den Einrichtungen auf „Reisen“ mit: Stephan Kirschner fuhr nach Westerland und bei Ingo Cremers ging es „Ab in den Süden“.

„Solch ein Gartenkonzert bringt Abwechslung und Freude in den tristen Corona-Alltag und entlastet zugleich die Kolleginnen und Kollegen an den Wohnstandorten ungemein, weil auch sie einmal einen Frühlingsnachmittag ganz unbeschwert genießen können“, sagte Hephata-Vorstand Christian Dopheide zu dem musikalischen Exkurs der Werkstatt-Mitarbeiter. „Solange uns solche Ideen nicht ausgehen, haben wir allen Grund, zuversichtlich nach vorn zu schauen.“

Ihm sei von Anfang an bei Hephata aufgefallen, wie viele Mitarbeiter in ihrer Freizeit musizierend unterwegs sind – oft auf einem hohen, bühnenreifen Niveau, betonte Dopheide.

Der Social Media Referent der Stiftung, Simon Roehlen, hat zu den Gartenkonzerten einen Film produziert, der auf Facebook online geschaltet ist.

Hephata erhält Soforthilfe-Paket von Ikea

Ausstattung von leerstehendem Gebäude als Quarantäne-Haus

Hephata Ikea Aktion

Die Evangelische Stiftung Hephata erhielt für die Ausstattung eines Quarantäne-Hauses in Meerbusch-Osterath über das Soforthilfe-Programm „Wir packen das gemeinsam – Ikea schnürt Hilfspakete vor Ort“ Möbel, Matratzen und Küchenbedarf. „Mit den Sachspenden des Möbelhauses konnten wir schnell ein leerstehendes Haus für die Betreuung unserer Kunden in Quarantäne ausstatten“, sagte die Geschäftsleiterin Wohnen, Sabine Hirte, in Mönchengladbach. Auf der Wunschliste der Stiftung standen den Angaben zufolge drei Betten inklusive Lattenroste, Matratzen und Decken, sowie elf Tische unterschiedlicher Größen, 25 Stühle, Teller, Becher, Gläser, Besteck und Kochutensilien. Die Übergabe des letzten Möbelpakets erfolgte bei Ikea in Kaarst.

Die Evangelische Stiftung Hephata ist eine von mehr als 150 Organisationen, Krankenhäusern und Einrichtungen, die von dem Anfang April aufgelegten deutschlandweiten Soforthilfe-Programm mit Sachspenden in Höhe von 1,5 Millionen Euro profitieren, teilte Ikea-Pressesprecherin Simone Settergren auf Anfrage in Hofheim-Wallau mit. Das schwedische Möbelunternehmen wolle in diesen unsicheren Zeiten den Menschen den Alltag ein kleines bisschen besser machen. Im Fokus stünden Behelfskrankenhäuser sowie Not- und Gemeinschaftsunterkünfte.

Die Evangelische Stiftung Hephata hat Vorsorge getroffen und im ZAK (Zentrum für Aktion und Kommunikation) in Mönchengladbach die strukturellen Voraussetzungen für eine Betreuung in Quarantäne geschaffen. Zweiter Standort für die Unterbringung möglicher Verdachtsfälle sei ein leerstehendes Gebäude in Meerbusch-Osterath, teilte Sabine Hirte mit. Mit den beiden Häusern könne vermieden werden, dass ganze Standorte unter Quarantäne gestellt werden. Zugleich werde in den Quarantäne-Standorten Schutzausrüstung vorgehalten und Personal zusammengezogen, das im Umgang mit infektiösen Situationen erfahren ist.

Grimme Online Award

„Lobende Erwähnung“ von „Behindert - so what“

Banner Behindert - so what

Obwohl das Social Media Team von Hephata erst seit Ende letzten Jahres existiert, hat es der eigene Kanal „Behindert - so what!“ immerhin in den Blog des Grimme Online Awards geschafft.

Erwähnenswert war dem Grimme-Institut vor allem das abwechslungsreiche Programm. Hier zum Blog-Beitrag des Grimme Online Awards.

Auch wenn es dieses Jahr noch nicht für eine Nominierung gereicht hat: Das komplette inklusive Team, das selbstverantwortlich die Social Media-Kanäle des Projektes betreut, ist mächtig stolz!

„Wir sind auf einem guten Weg“, schreibt Teammitglied Stephan in die Gruppe. „Das ist meega“, findet Marina.

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