Hephata im Krisenmodus. Wenig Freiheit. Viel Zuversicht.

Das neuartige Coronavirus nimmt die ganze Welt in Haft. Auch Hephata arbeitet im Krisenmodus. In aller Kürze möchten wir berichten, was (Stand heute) Sache ist:

Ohne Befund

Bislang wurde noch nicht ein Mensch, für den wir in der Stiftung und ihren Gesellschaften tätig sind, positiv getestet. Das wird, nach der Überzeugung aller, nicht auf Dauer so bleiben. Gleichwohl danken wir an dieser Stelle erneut allen unseren Mitarbeitenden, die sich ganz offensichtlich sowohl dienstlich als auch privat vorbildlich verhalten. In unserer Mitarbeiterschaft ist uns ein positiver Befund aus dem Verwaltungsbereich bekannt geworden, die Aufhebung der Quarantäne ist aber auch hier schon in Sicht. Intensivere Sozialkontakte hatten sich dank der Maßnahmen, die wir ja sehr frühzeitig ergriffen haben, nicht ergeben, so dass wir vorerst nicht mit Weiterungen rechnen.

Abgesagt

Nachdem die NRW-Regierung die Durchführung von Veranstaltungen bis zum 31.08.2020 mit mehr als 1000 erwarteten Besuchern untersagt hat, haben wir uns als Stiftung entschlossen, auch kleinere Veranstaltungen abzusagen. Wir wollen unsere Verantwortung für unsere Mitarbeitenden noch stärker wahrnehmen. Aus diesem Grund teilen wir Ihnen heute mit, dass die TeamTime am 05.06.2020 und das Gespannfahrertreffen am 06.06.2020 nicht stattfinden werden. Wir bedauern dies sehr, vor allem, weil sich schon so viele Musiker gerade für die TeamTime „Live on Stage“ gemeldet haben. Wir hoffen, dass wir diese Veranstaltung zu gegebener Zeit nachholen können.

Doppelt genäht

Doppelt genähte, waschbare Mund-Nase-Schutzmaske

Zeitgleich läuft unser Upcycling-Projekt „mano nella mano“ unter Leitung von Elke Ipp zur Hochform auf. Ghazal Schneider fertigt mit ihrem Team waschbare Mund-Nase-Schutzmasken in Serie. Über kurz oder lang wollen wir im zwischenmenschlichen Kontakt grundsätzlich solch einen Mund-Nase-Schutz tragen, um den Eintrag des Virus in unsere Arbeitsfelder so lang als irgend möglich zu vermeiden. Durch jeden Tag, den wir so gewinnen, werden wir besser vorbereitet sein.

Bleibt zuhause – wir kommen!

Eine kreative Meisterleistung hat die BQG mit ihrem Fahrdienst hingelegt. Rund 30 unserer Wohnstandorte werden mit Lebensmitteln beliefert, die durch die Werkstattküche am Benninghof vom Großhandel bezogen und nach individueller Bestellung zusammengestellt werden. So entfällt dort der Großeinkauf im Supermarkt. Da nur Rohmaterialien geliefert werden, bleibt die Essenszubereitung als Element der Tagesstrukturierung erhalten. Die Idee funktioniert so gut, dass mittlerweile auch anderen Trägern geholfen werden kann, die an ihre Grenzen kommen.

Heimarbeit

Die Angestellten der Hephata Werkstätten haben umgeschaltet. Nach Schließung aller Betriebsstätten sitzen sie nicht untätig herum, sondern stabilisieren im „Wohnen“ die Dienstpläne, wo immer es geht. Da auf Wunsch die Wohnstandorte auch mit Vorprodukten für Werkstattaufträge beliefert werden, können sie gut dabei helfen, den Tag durch Arbeit an den Aufträgen zu strukturieren. Den gegenseitigen Einblick in die Arbeitsweisen gibt es für Werkstatt und Wohnen „frei Haus“ dazu. HephataExploring auf Krisenart.

Grenzenloses Engagement

Think Positive!

berhaupt arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen (also Sie!) auch über die Grenzen ihres jeweiligen Arbeitsfeldes hinweg völlig pragmatisch zusammen und laufen so die Lücken zu. Werkstattleute arbeiten im Wohnen. SchulpädagogInnen in der Jugendhilfe. FSJler überall dort, wo eine helfende Hand gebraucht wird. Das ist gelebte Solidarität. Obendrein gelingt es den Werkstätten, auch durch Beistand aus den HepShops, anstehende Werkstattaufträge weiterhin termintreu zu bedienen. Kein einziger Kunde ist bislang abgesprungen.

Digital geht was

Digital geht was

Es wird noch eine Zeit dauern, bis wir wieder zu Fortbildungen, Konferenzen und anderen Zusammenkünften zusammenkommen und uns unbedarft die Hand reichen können. Abstimmungskreis und „Task Force Corona“ arbeiten bereits per Videokonferenz. Auch das Kuratorium der Stiftung hat am vergangenen Donnerstag eine Videokonferenz geprobt, um auf diese Weise handlungsfähig zu bleiben. Nun gibt es aber auch erste Konzeptideen, bestimmte Schulungsmaßnahmen und Fortbildungen ins digitale Format zu überführen. Auch über Erklärfilme in leichter Sprache und digitale Angebote für den Berufsbildungsbereich der Werkstätten wird nachgedacht. Dass all diese Ideen bei uns auf einer recht soliden IT-Struktur aufsetzen können, haben wir unserer IT-Abteilung zu verdanken, die derzeit enorm unter Strom steht. Wir informieren, sobald diese Ideen tatsächlich Gestalt gewinnen.

Wir haben noch Körner

Dieses Virus ist eine echte und ernste Bedrohung. Es kann noch alles sehr schwer und unübersichtlich werden. Bislang aber halten wir alle bei Hephata uns wirklich tapfer, halten Abstand, halten zusammen, halten durch. Die Kreativität und Kollegialität, mit der wir in diese Auseinandersetzung gehen, ist ermutigend. Wieviel Schaden wir werden abwenden können, wissen wir noch nicht. Was uns aber in dieser Krise gelingt, das haben wir zum einen der Professionalität und zum anderen der Zuversicht zu verdanken, mit der wir diese Herausforderung angehen. Es sei allen dafür gedankt!

Bleiben Sie gesund!

Seien Sie alle, auch im Namen der Geschäfts-, Schul- und Abteilungsleitungen, mit dem größten Respekt gegrüßt von Ihrem Vorstand

Klaus- Dieter Tichy und Christian Dopheide

Zurück